Südkurier 24.Okt 2007
Bahnhof
Hinterzarten verkauft
Das Schwarzwaldhotel in Hinterzarten hat den benachbarten Bahnhof
Hinterzarten gekauft.Kaufpreis: Rnd 525.000 Euo. Deutschlands einziges
Hotel mit einemeigenen Bahnhof, so witzelte Hotelier Adolf Gutzweiler
bereits. Auf den ersten Blick hat er jetzt mehr Platz für das Hotel,
immerhin 2200 Quadratmeter hinzugewonnen. Der eigentliche Impuls,
den Bahnhof in direkter Nachbarschaft des Hotels zu kaufen, löste
aber ein Amerikanischer Interessent aus, der mitgeboten hatte.
Und der wollte im Bahnhof eine Burger-Filiale einrichten. Ein Horror
für die heimische Gastronomie. Zum Bahnhof, indem im Erdeschoss
die Bäckerei Gehri eine Filliale betreibt, gehören noch ein großer
Parkplatz sowie ein Lagerschuppen, Fahrradabstellplatz und das
gelände bis zur Gleisunterführung.
Badische
Zeitung vom Mittwoch, 24. Januar 2007
Morgens
und abends fahren weniger Züge
Höllental- und Dreiseenbahn
TITISEE-NEUSTADT
(fbt/rys). Seit gestern um 16 Uhr sind die lange befürchteten Kürzungen im Nahverkehr
der Bahn im Detail bekannt. Innenministerium und DB verschickten
eine Pressemitteilung. Nach Einschätzung eines Bahn-Kenners
kommt die Höllentalbahn eher glimpflich davon, während
die Streichungen auf der Dreiseenbahn nur dann hinnehmbar
seien, wenn ein Busersatzverkehr eingerichtet wird. Ansonsten
würde Frühaufstehern oder Spätheimkehrern
nur der Umstieg in das eigene Auto bleiben.
Dem Bahnexperten
scheint es nach einem ersten schnellen Blick auf die Streichungen
so zu sein, dass ein Teil der
Züge auf der Dreiseenbahn geopfert wird, um in Neustadt
einige Verbesserungen anbieten zu können. Auf der Dreiseenbahn
werden die beiden letzten Verbindungen von Titisee nach Seebrugg
um 19.49 Uhr und 20.49 Uhr sowie von Seebrugg nach Titisee
um 20.58 Uhr und 21.58 Uhr gestrichen. Ebenfalls entfallen
die frühmorgendlichen Verbindungen um 6.28 Uhr von Titisee
nach Seebrugg sowie um 7.05 Uhr von Seebrugg nach Titisee.
Hier eine erste Übersicht gestrichener oder gekürzter
Züge, die aus Material des Innenministeriums zusammengestellt
ist: Der RE 3221 Neustadt ab 6.30 Uhr nach Ulm fährt
erst ab Donaueschingen. Die RB 31553 fährt nicht mehr
nach Seebrugg und endet jetzt 6.16 Uhr in Titisee. Der RE
22301, Villingen ab 5.41 Uhr (sonntags) fährt 30 Minuten
später. Die RB 31624 fährt erst ab 21.38 Uhr in
Titisee nach Freiburg und kommt nicht aus Seebrugg. Die RB
31626 (samstags, spezielle Tage auch bisher nicht) von Himmelreich
nach Freiburg fährt nicht mehr. Die RB 31634 (sonntags)
6.31 Uhr ab Neustadt nach Freiburg fährt nicht mehr.
Die RB 31666 (samstags, Ferien) Himmelreich ab 7.17 Uhr nach
Freiburg fährt nicht mehr, verkehrt aber in der Schulzeit
weiter. Der RE 22203 (sonntags) 6.42 Uhr ab Donaueschingen
nach Neustadt fällt weg, fährt aber in der Woche
weiter. Die RB 31617 von Freiburg verkehrt nicht mehr zwischen
Titisee und Seebrugg (Abfahrt war um 19.49 Uhr in Titisee).
Auch der Zug eine Stunde später fährt nicht mehr
zwischen Titisee und Seebrugg. Die RB 31553, Titisee ab 6.28
Uhr nach Seebrugg, fällt weg. Die RB 31624 und RB 31638,
Seebrugg ab 20.58 Uhr bzw. 21.58 Uhr nach Titisee, fallen
weg. Die RB 31564 Seebrugg ab 7.05 Uhr nach Titisee fällt
weg. Die RB 31617 Freiburg ab 19.10 Uhr endet in Titisee.
Außerdem gibt es vielfach neue Abfahrtszeiten. — Die
Kürzungen gelten ab 10. Juni.
Aus der Presseinformation
geht hervor, dass nach der Kürzung
von Regionalisierungsmitteln durch den Bund 2,1 Millionen
Zugkilometer aus dem Zugangebot der DB einzusparen seien,
davon — wie berichtet — 85 000 im Hochschwarzwald.
Ab Freitag, 26.
Januar , soll auf 13 Fahrplankonferenzen landesweit der
geänderte Fahrplan vorgestellt und Änderungswünsche
für den Fahrplanwechsel Dezember 2007 aufgenommen werden.
An den Konferenzen sollen Vertreter der DB Regio, der landeseigenen
Nahverkehrsgesellschaft und des Innenministeriums teilnehmen.
In Freiburg findet eine Fahrplankonferenz am 7. Februar,
14.15 Uhr in der IHK, Schnewlinstraße 11-13, statt.
Badische Zeitung vom Donnerstag, 25. Januar 2007 Nachverhandeln
geht nicht
Auch die Höllentalstrecke muss bluten / Bürgermeister
sauer
TITISEE-NEUSTADT / HOCHSCHWARZWALD (pes/rys). Die Höllentalstrecke kommt
bei den Kürzungen nicht so glimpflich weg wie zunächst angenommen — die
Angaben von Innenministerium und Bund für Umwelt und Naturschutz waren
unvollständig. Nach den jetzt von der Nahverkehrsgesellschaft nachgereichten
Informationen ergibt sich ein anderes Bild.
Der Zug Freiburg
ab 22.10 Uhr nach Neustadt fährt künftig
nicht mehr täglich, sondern nur freitags und samstags.
Der Zug Neustadt ab 6.30 Uhr nach Donaueschingen fällt
sonntags weg. In der Gegenrichtung sind die Anschlüsse
5.41 Uhr und 6.42 Uhr ab Donaueschingen nach Neustadt sonntags
zum neuen Anschluss 6.11 Uhr zusammengezogen. Dagegen bleibt
die Fahrtrichtung Neustadt-Freiburg abends unangetastet:
Sowohl der Anschluss Neustadt ab 21.28 Uhr als auch die Verbindung
Neustadt ab 22.31 Uhr bleiben täglich bestehen. Die
Streichung der morgendlichen Verbindungen sonntags Freiburg
ab 5.42 Uhr (Neustadt 6.25 Uhr/6.30 Uhr, Donaueschingen an
7.06 Uhr) sowie umgekehrt Montag bis Freitag Neustadt ab
5.40 Uhr (Freiburg an 6.32 Uhr) und sonntags Neustadt ab
6.31 Uhr (Freiburg an 7.19 Uhr) werden angesichts des eher
schmalen Fahrgastaufkommens als "moderat" angesehen.
Der Wegfall des Zugs Neustadt ab 5.40 Uhr dürfte durch
die Anschlüsse 5.31 Uhr und 6.01 Uhr sowie den an Schultagen
weiterhin verkehrenden Entlastungszug Himmelreich ab 7.17
Uhr nach Freiburg keinen Platzmangel verursachen. Bahnexperten
nennen als tiefsten Einschnitt den Wegfall des Anschlusses
Freiburg ab 22.10 Uhr samstags bis donnerstags. Wie bisher
verkehrt der SBG-Bus ab Freiburg 22.40 Uhr täglich (Neustadt
an 23.45 Uhr).
Titisee-Neustadts
Bürgermeister Armin Hinterseh ist
verärgert. Im September habe Staatssekretär Rudolf
Köberle noch versichert, dass nach den Stilllegungsplänen
auch die Kappung der Verbindungen praktisch vom Tisch sei
und Verhandlungen mit der Bahn bei der Regionalkonferenz
möglich seien. Doch nun habe sich herausgestellt, dass
schon im November alles fix gewesen sei und "keine Chance
mehr besteht, das zu beeinflussen" . Die Verträge
seien 2006 abgeschlossen, sage die Bahn und lehne Nachverhandlungen
ab. Er sei "stinksauer" , sagt Hinterseh, "weil
alles hinter verschlossener Tür ausbaldowert wurde" .
Für ihn ist unverständlich, dass in keinem anderen
Bundesland gekürzt werde, dort aber leere Züge
führen, stattdessen Baden-Württemberg einschneide,
obwohl der Nahverkehr funktioniere.
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